Ich bin Pinguin (2019)

Ich bin Pinguin

Zwei Eier im Schneesturm der Antarktis. Aus dem einen schlüpft ein Pinguin, aus dem anderen ein anderer Vogel. Gemeinsam erleben sie viele Abenteuer. Sie sind einander alles, was sie haben und alles, was sie kennen. Der kleine Vogel nimmt den Pinguin als Mutter an, und lernt von ihm alles, was dieser weiß. Das ist nicht so viel! Er hat ja keine Flügel zum Fliegen und kann nur watscheln … Die taube Schauspielerin Pia Katharina Jendreizik und der hörende Puppenspieler Andreas Pfaffenberger erzählen ohne ein gesprochenes Wort diese Geschichte über Unterschiede in Freundschaft und Familie.

In der Antarktis schlüpft ein Pinguin aus einem Ei.
Der Pinguin ist ganz allein.
Er findet ein zweites Ei.
Aus diesem Ei schlüpft ein Vogel.
Der Vogel denkt, der Pinguin ist seine Mama
Der Pinguin kümmert sich um den Vogel.
Die beiden Tiere sind jetzt eine Familie
Sie sind aber unterschiedlich.
Deswegen gibt es Probleme.
Der Pinguin kann nicht fliegen.
Der Vogel kann fliegen lernen.
Der Pinguin kann Fliegen nicht beibringen…
In dem Stück wird nicht gebärdet und nicht gesprochen
Alles wird erzählt ohne Sprache.
Auf der Bühne stehen eine taube Schauspielerin und ein hörender Puppenspieler.
Alle können kommen.

Von und mit: Pia Katharina Jendreizik (Schauspiel) und Andreas Pfaffenberger (Puppenspiel). Regie: Wera Mahne. Ausstattung und Puppenbau: Anna Siegrot. Video, Dramaturgie, Bühne: Declan Hurley. Produktionsleitung: Esther Schneider. Kommunikationsassistenz: Brice Stapelfeldt, Kristina Kiehn. Produktion: Wera Mahne; Koproduktion: FFT Düsseldorf; in Kooperation mit dem FELD Theater für Junges Publikum, Berlin. Gefördert durch: das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Marco Polo (2019)

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Wer und wo war Marco Polo wirklich? Welchen Geheimnissen war er auf der Spur? Zerfledderte lose Seiten seines Tagebuches belegen, dass Marco Polo mit 17 Jahren als junger Händler aus Venedig nach Akkon, Afghanistan und sogar bis ins fernöstliche China reist. Unterwegs begegnet er Kreuzrittern und lauscht Legendenerzählern, in der Wüste Gobi geht er beinahe verloren. In China besucht er das Geburtstagsfest vom mongolischen Herrscher Kublai Khan und erlauscht das Geheimnis, wie die edle Seide produziert wird. Doch woher stammt die Nudel?

Unter der künstlerischen Leitung von Astrid Griesbach lesen und schreiben die acht Teilnehmer*innen der Werkstatt Regie und Objekt in ihrer gemeinsamen Inszenierung das Reisetagebuch Marco Polos neu. Sie entsenden die sieben Puppenspieler*innen des tjg., um die Spuren des abwesend anwesenden Marco Polo an den verschiedenen Reisestationen mit immer wieder anderen Mitteln des Puppen- und Objekttheaters zu suchen. Dabei befragen sie ihn als historische Figur, seine Geschichte(n) und Aufenthaltsorte aus heutiger Sicht.

Bis zur letzten Pritsche!

Da sein Theaterdirektor entschlossen hat nur noch Kinderstücke auf den Spielplan zu setzen, weigert sich Kasperl weiterhin aufzutreten und muss daher als Hausmeister arbeiten. Er fühlt sich verraten, frustriert und gelangweilt.
Als die Situation eskaliert kündigt er seinem Intendanten und stachelt seine Mitspieler*innen dazu auf, den Direktor zu überwältigen und selbst die Herrschaft über das Theater zu übernehmen – natürlich mit ihm selbst an der Spitze. Diejenigen die ihn nicht unterstützen werden rücksichtslos aus dem Weg geräumt.
In „Bis zur letzten Pritsche!“ bedient sich Kasperl dabei der selben Mittel, die autoritäre Regime und Rechtspopulisten benutzen. Um die Aktualität des Themas noch zu unterstützen, ist der Text des Stückes gespickt mit tatsächlichen Aussagen diverser Politiker*innen. Schon der Titel ist eine Anspielung auf die Aussage eines prominenten deutschen Politikers, wir würden uns wehren „…bis zur letzten Patrone.“
Von der Diffamierung Andersdenkender bis hin zur Errichtung von Umerziehungslagern – Kasperl schwingt sich zum faschistischen Diktator auf und erklärt alle anders Denkenden, egal ob Puppe oder Mensch, zu Feinden des Volkes.

„Kasperl: An diesem Punkt, an dem uns allen das kulturelle Bällchenbad droht, wird Widerstand zur Pflicht.
Und ich sage wir werden uns wehren – bis zur letzten Pritsche!“

„Gretel: Wir brauchen etwas, um das Volk von unserer Vision zu überzeugen!
Kasperl: Was? Ich dachte wir sind das Volk?“

Text, Regie, Spiel: Andreas Pfaffenberger
Puppenbau: Michaela Bangemann

Der Geizige (2018)

Seit mehr als 900 Jahren sind Gier und Eros die Triebfedern menschlichen Handelns. Bestechend charmant und entlarvend komisch bringt das traditionsreiche Puppentheater Zwickau das alte Thema in das historische Brauhaus. Erlebt einen erotischen Theaterabend mit Puppen und Menschen, wohlgestärkt durch Zwickauer Spezialitäten und begleitet von Musik.

Krankhaft mistrauisch wacht Harpagon über seinen angehäuften Reichtum. Der Wein wird mit Wasser verdünnt, der Koch muss kochen, wovon man wenig isst und was schnell satt macht. Harpagon verschachert sogar seine Tochter Élise an den steinalten, aber dafür reichen Monsieur Anselme und seinen Sohn Cléante an eine wohlhabende Witwe. Aber die beiden haben andere Pläne – sie sind verliebt mit Haut und Haar.

Spiel: Sabine Weitzel, Konrad Bruno Till, Andreas Pfaffenberger
Regie: Pierre Schäfer
Ausstattung: Peter Lutz

Der Geizige (2018)

Seit mehr als 900 Jahren sind Gier und Eros die Triebfedern menschlichen Handelns. Bestechend charmant und entlarvend komisch bringt das traditionsreiche Puppentheater Zwickau das alte Thema in das historische Brauhaus.
Krankhaft mistrauisch wacht Harpagon über seinen angehäuften Reichtum. Der Wein wird mit Wasser verdünnt, der Koch muss kochen, wovon man wenig isst und was schnell satt macht. Harpagon verschachert sogar seine Tochter Élise an den steinalten, aber dafür reichen Monsieur Anselme und seinen Sohn Cléante an eine wohlhabende Witwe. Aber die beiden haben andere Pläne – sie sind verliebt mit Haut und Haar.

Regie: Pierre Schäfer

Juni/Juli 2018: Puppentheater Zwickau

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Eine Spinne wird nicht wütend (2018)

„Ich zerbreche Dinge, weil ich mich fürchte, und verbringe meine Zeit damit, sie wieder zu reparieren. Gut gelaunt, liegt mir daran, Dinge zusammenzufügen.“
Louise Bourgeois

Die französische Künstlerin Louise Bourgeois (1911 – 2010) ist in Frankreich aufgewachsen – eine Kindheit zwischen dem Garten am Fluss und der Textilwerkstatt ihrer Eltern, Räume voller Spulen und Spindeln, dem Rattern der Nähmaschinen, Stoffbergen und wertvollen Teppichen. Louise lernt ein Handwerk kennen und entwickelt daraus etwas ganz Eigenes. Sie webt und näht sich eine Welt, nimmt die Fäden ihrer Erinnerung auf, fügt Zerrissenes zusammen und knüpft neue Netze – aus Resten und Fetzen, aus Objekten ihres Alltags wird Kunst. Doch berühmt wurde Louise Bourgeois über sechzig-jährig mit ihren Metallspinnen, die heute vor und in einigen der größten Museen der Welt stehen.

Mit „Eine Spinne wird nicht wütend“ erschafft Grit Dora von Zeschau die Welt der Louise Bourgeois neu. Eine Erkundung zwischen Installation, Performance und Theater.

September 2018: TjG Dresden

Das Gespenst von Canterville (2017)

Familienmusical von Christian Berg und Paul Glaser, nach dem Original von Oscar Wilde.

Der amerikanische Botschafter Hiram B. Otis kauft das altehrwürdige Schloss Canterville trotz zahlreicher Warnungen, dass es dort spukt. Und zwar so richtig. Kurz nach dem Einzug geht es auch schon los: Ein Poltergeist macht sich bemerkbar. Doch die pragmatischen Amerikaner lassen sich nicht aus dem Konzept bringen. Leider lässt sich auch „Sir Simon“ (ein besonders unangenehmer Vorfahre der Cantervilles) nicht so schnell von seinem Vorhaben abbringen, die neuen Besitzer mal gehörig zu erschrecken. Aber egal, was er sich auch einfallen lässt, immer wieder prallt sein Spuk an der fröhlichen Familie ab. Bis schließlich die Tochter Virginia auf das verzweifelte und selbst schon völlig verängstigte Gespenst trifft und sich seiner annimmt.

18.11.2017 – 27.12.2017
Theater am Kurfürstendamm – Berlin

MA(R)TER (2017)

Freies Diplom, Abt. Zeitgenössische Puppenspielkunst, HfS „Ernst Busch“
Ein Projekt von Correlation or Die

MA(R)TER nähert sich gängigen Frauenbildern und Mutteridealen, um sie mit einer unmöglichen Tat zu konfrontieren – Kindsmord.

„Alle Liebe beginnt und endet bei der Mutter.“

Eine Darstellerin geht als Performerin, Schauspielerin, Maskenspielerin und in der Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Biografie als Frau und Mutter, der Ohnmacht von Frauen und werdenden Müttern auf den Grund.
In der fragmentarischen Aneinanderreihung der Bedeutungs-und Spielebenen und im Umgang mit Körper und Material im Raum, dekonstruiert sich Stück für Stück unser glorifiziertes Bild von Mutterschaft und mit ihm der Bühnenraum.

Konzept, Idee, Spiel: Michaela Bangemann & Andreas Pfaffenberger
Projektionen: Simon Krüger
Maske: Suse Wächter